Werte statt Wachstum. Ein Abend im Haus Gutenberg.
Angekündigt war der Abend mit dem vertrauten Bild: Münzen vor Kurscharts. Der Vortrag begann woanders, bei Nicolas Guillou, einem französischen Richter am Internationalen Strafgerichtshof. Im August 2025 setzten ihn die USA auf ihre Sanktionsliste. Seither sind seine Kreditkarten gesperrt, ebenso Amazon und PayPal, und Hotelbuchungen werden storniert. Sein Geld hat er nicht verloren. Verloren hat er die Erlaubnis, es zu benutzen.
Von diesem Unterschied handelte der Abend. Wie Bitcoin technisch funktioniert, kam bewusst kaum vor. Es ging um die Frage, warum es so etwas überhaupt braucht. Philipp Büchel stellte drei Begriffspaare gegenüber: Versprechen und Besitz, Erlaubnis und Zugang, Vertrauen und Verifikation. Dazu kam eine Zahl nach Alex Gladstein: Nur etwa 13 von 100 Menschen werden in eine stabile Währung hineingeboren. Wir gehören dazu, aber niemand hat uns zugesichert, dass es so bleibt.
Die Einwände kamen nicht erst in der Diskussion. Den Energieverbrauch sprach der Vortrag gleich zu Beginn an, und am Ende kam er ausführlich darauf zurück, ohne ihn kleinzureden. Ob der Aufwand es wert ist, blieb bewusst offen, denn das ist eine Wertentscheidung, die niemandem abgenommen werden kann. Martin Hasler moderierte die anschliessende Diskussion und brachte die kritische Gegenstimme ein.
Das Publikum war klein, aufmerksam und neugierig. Beim Apéro ging das Gespräch weiter. Jemand sagte, während des Vortrags sei ihm etwas aufgegangen.
Für das Institut war der Abend auch ein Test. Über Werte zu sprechen statt über Wachstum, scheint Menschen zu erreichen, die mit Bitcoin bisher wenig anfangen konnten. Diesen Ansatz will Akatombo weiterverfolgen.